Warum die Sitzprobe den Ausschlag gibt
Sitztiefe, Federung und Rückenhöhe entscheiden darüber, ob ein Sofa nach zwei Stunden noch bequem ist. Auf einem Foto sieht man davon nichts, und in Zentimeterangaben liest man es auch nicht heraus. Wer groß ist, braucht eine andere Sitztiefe als jemand mit kurzen Oberschenkeln, und wer gern liegt, braucht eine andere Armlehne als jemand, der aufrecht sitzt.
Deshalb führt der Weg bei Polstermöbeln fast immer über eine Ausstellung oder über einen Termin, zu dem der Betrieb Musterkoffer mitbringt.
Bezugsstoff ist eine Nutzungsfrage
Die Stoffwahl wird oft als Geschmacksfrage behandelt und ist in Wahrheit eine Frage der Beanspruchung. Haustiere, Kinder, direkte Sonne am Fensterplatz: jedes dieser Kriterien schließt bestimmte Gewebe aus und legt andere nahe. Ein guter Berater fragt danach, bevor er Farben zeigt.
Bezugsstoffe liegen preislich bei etwa 10 bis 100 Euro je Quadratmeter. Die Spanne erklärt sich über Scheuertouren, Lichtechtheit und Pflegeeigenschaften, nicht über die Optik.
Neu kaufen oder neu polstern
Bei gut gebauten älteren Möbeln lohnt die Neupolsterung häufig. Das Gestell ist meist das Teuerste und hält oft Jahrzehnte, während Polster und Bezug verschleißen. Betriebe kalkulieren dafür Material und Bezugsstoff mit etwa 150 bis 2.500 Euro, Arbeitszeit mit rund 45 bis 90 Euro je Stunde, dazu Anfahrt, Entsorgung und Kleinteile mit etwa 30 bis 250 Euro. Im Gesamtpaket landen die meisten Aufträge zwischen 500 und 5.000 Euro. Stand 2026-07, Marktüberblick auf Basis von my-hammer.de und meister-job.de.
Zum Vergleich: modulare und serielle Sofas beginnen bei etwa 600 Euro, nach oben ist die Spanne je nach Größe, Bezug und Mechanik weit offen.
Lieferzeit
Serienware aus dem Lagerbestand ist oft kurzfristig da. Sobald Sie Maß, Stoff oder Sitztiefe konfigurieren, rechnen Sie mit mehreren Wochen bis zu wenigen Monaten, weil erst nach Ihrer Bestellung gefertigt wird.