Küchenplanung Schritt für Schritt

Sechs Etappen von der Erstberatung bis zur Übergabe, mit der Zeit, die jede davon üblicherweise braucht.

1. Erstberatung und grobe Raumplanung

Im ersten Gespräch geht es um Grundsätzliches: Wo stehen Wasser, Abfluss und Starkstrom? Wo fällt Licht ein? Wie viele Personen kochen? Daraus entsteht eine erste Anordnung, meist als Zeile, Winkel oder Insel. Genau wird hier noch nichts, und das ist richtig so.

Bringen Sie mit, was Sie haben: Grundriss, Fotos, eine Liste der Geräte, die bleiben sollen. Rechnen Sie mit ein bis zwei Stunden.

2. Aufmaßtermin vor Ort

Der Planer misst Wände, Fensterlaibungen, Anschlüsse und Türanschläge nach. Wände sind selten im Lot, Böden selten waagerecht, und genau diese Abweichungen entscheiden darüber, ob am Ende alles passt. Vor dem Aufmaß gibt es kein verbindliches Angebot.

Der Termin dauert meist ein bis zwei Stunden. Bei den meisten Betrieben gehört er zur Angebotserstellung und ist kostenlos, einige berechnen ein Planungshonorar und rechnen es bei Auftrag an. Klären Sie das vorher.

3. Planung, 3D-Ansicht und Geräteauswahl

Jetzt wird konkret. Sie sehen die Küche in einer räumlichen Darstellung und entscheiden über Fronten, Arbeitsplatte, Auszüge und Griffe. Parallel wird die Geräteauswahl festgelegt, die je nach Ausstattung ein Viertel bis ein Drittel der Gesamtsumme ausmachen kann.

Achten Sie auf die Dinge, die im Rendering unauffällig sind und im Alltag zählen: Steckdosen in der Nische, Beleuchtung unter den Oberschränken, Auszüge statt Drehtüren, Dämpfung an Türen und Schubladen.

4. Angebote vergleichen und Finanzierung klären

Zwei bis drei Angebote reichen. Vergleichen Sie nicht die Endsumme, sondern den Umfang: welche Geräte enthalten sind, welches Arbeitsplattenmaterial gerechnet wurde, ob Montage, Anschluss, Lieferung und Entsorgung getrennt ausgewiesen sind. Zwei Küchen zum gleichen Preis können sehr verschieden ausgestattet sein.

Zur Einordnung: Serienküchen liegen bei etwa 300 bis 600 Euro je laufendem Meter im Einstieg, 600 bis 1.000 Euro bei solider Standardqualität und 1.200 bis 2.500 Euro im gehobenen Segment, der Marktdurchschnitt einer kompletten Küche inklusive Geräte bei rund 10.000 bis 12.000 Euro. Stand 2026-07, Marktüberblick auf Basis von my-hammer.de, deinkuechenplaner.de und moebelnavi.de.

5. Lieferzeit einplanen

Das ist die längste Etappe und der häufigste Grund für Ärger, weil sie unterschätzt wird. Ausstellungs- und Lagerware ist teils kurzfristig verfügbar. Individuell konfigurierte Serienküchen im mittleren Preissegment brauchen üblicherweise rund zehn bis vierzehn Wochen, in Saisonspitzen zwei bis vier Wochen länger. Im gehobenen Segment sind es etwa vierzehn bis achtzehn Wochen, bei Luxus-Maßanfertigung bis zu vierundzwanzig. Quelle: traumkuechencheck.de und kueche-co.de, Stand 2026-07.

Wer zu einem festen Datum einziehen will, rechnet rückwärts und stellt die Anfrage früher, als es sich anfühlt.

6. Lieferung, Einbau und Übergabe

Die Monteure bauen auf, richten aus und schließen an. Planen Sie ein bis drei Tage ein, bei größeren Küchen auch mehr. Halten Sie den Weg frei und sorgen Sie dafür, dass Strom und Wasser erreichbar sind.

Bei der Übergabe wird abgenommen. Gehen Sie einmal alles durch: Öffnen und Schließen jeder Tür und Schublade, Funktion jedes Geräts, Fugen an Arbeitsplatte und Wandanschluss. Was auffällt, gehört ins Übergabeprotokoll, bevor Sie unterschreiben. Nachträglich ist jede Beanstandung mühsamer.

Kurz nachgefragt

Bei einem festen Einzugstermin mindestens vier bis fünf Monate vorher. Beratung, Aufmaß und Angebotsphase brauchen zusammen einige Wochen, danach kommt die Lieferzeit von üblicherweise zehn bis vierzehn Wochen bei mittlerem Preissegment. Wer knapp plant, zieht ohne Küche ein.

Technisch ja, sinnvoll nein. Ohne Aufmaß plant der Betrieb auf Ihre Angaben hin, und jede Abweichung an der Wand geht dann zu Ihren Lasten. Seriöse Betriebe geben ein verbindliches Angebot ohnehin erst nach dem Aufmaß ab.

Alles, was bei der Abnahme auffällt: klemmende Türen, unsaubere Fugen, Kratzer an Fronten, ein Gerät, das nicht startet. Notieren Sie es, bevor Sie unterschreiben. Nachträgliche Meldungen sind zulässig, aber deutlich aufwendiger durchzusetzen.

In der Regel nicht. Nach Paragraf 312g Absatz 2 Nummer 1 BGB entfällt es bei Fernabsatzverträgen für Waren nach Kundenspezifikation, laut Rechtsprechung auch dann, wenn die Produktion noch nicht begonnen hat. Prüfen Sie Planung und Angebot deshalb gründlich vor der Unterschrift.

Kategorie Küche wählen, Ort angeben, Zeitrahmen nennen. Passende Küchenstudios melden sich für die Erstberatung.